Berlin, 31. März 2022

Bereits in der zweiten Hälfte des Jahres 2021 sind die Sendungskosten der Stückgutlogistik im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um neun Prozent gestiegen. Angesichts der rasanten Entwicklung der Energiekosten infolge des Kriegsgeschehens in der Ukraine wird dieser Trend nicht abflachen, so der DSLV Bundesverband Spedition und Logistik anlässlich der Veröffentlichung der jüngsten Ausgabe seines Kostenindex Sammelgutspedition.

Der drastische Anstieg der Sendungskosten im Zeitraum Juli bis Dezember 2021 basiert maßgeblich auf einem Steigflug der Kraftstoffkosten um 31,2 Prozent. Ende des Jahres betrug deren Anteil bereits 10,8 Prozent an den gesamten Sendungskosten und damit 2,8 Prozentpunkte an dem neunprozentigen Gesamtkostenanstieg. Zusätzlich verzeichneten die Systemlogistiker einen spürbaren Anstieg der Personalkosten (plus 6,5 Prozent) und Sachkosten (plus 8,1 Prozent).

Der Anstieg der Personalkosten, deren Anteil am Gesamtkostenzuwachs 3,3 Prozentpunkte beträgt, ist eine direkte Folge des stark gewachsenen Sendungsvolumens des Jahres 2021 und des allgemeinen Fachkräftemangels, worauf die Systemlogistiker mit zusätzlichen Personalrekrutierungen sowie Lohn- und Gehaltsanpassungen reagierten. Die gegenüber dem Vorkrisenniveau um bis zu 20 Prozent gewachsenen Sendungszahlen machten zudem Flächenvergrößerungen und Investitionen in zusätzliche Fördertechnik erforderlich. Die Kosten der im zweiten Halbjahr 2021 vorgenommenen Kapazitätserweiterungen machen einen Anteil von 2,9 Prozentpunkten am Gesamtkostenanstieg aus.

„Perspektivisch ist mit weiter steigenden Betriebskostenverläufen und deshalb mit einer Verteuerung logistischer Prozesse zu rechnen“, so DSLV-Hauptgeschäftsführer Frank Huster. Seit Ausbruch des Ukraine-Konflikts sind Dieselpreise innerhalb von vier Wochen um mehr als 30 Prozent gestiegen. Huster: „Der von der Bundesregierung angekündigte Steuernachlass von 0,14 Euro pro Liter Diesel und 0,06 Euro / kg LNG wird nicht entscheidend zur Entlastung vom hohen Kostendruck beitragen. Deshalb ist es umso wichtiger, dass es den Systemnetzbetreibern gelingt, die Kostenlast z. B. durch eine Anpassung vertraglicher Preisgleitklauseln auf den Güterverkehrsmärkten zu überwälzen. Die inzwischen erfolgte Verkürzung der Berichterstattung des Statistischen Bundesamts auf wöchentliche Intervalle ist insofern zu begrüßen, weil sie zur Transparenz der Kraftstoffpreise auf vergleichsweise aktueller Basis beitragen kann.“

Für die halbjährliche Ermittlung des DSLV-Kostenindex Sammelgut speisen 116 Umschlagdepots von 13 Systemverkehr-Netzwerken Daten über mehr als 21 Millionen Sendungen in die Erhebung ein.

Bei Stückgut handelt es sich um überwiegend palettierte und verpackte Sendungen, deren Größen zwischen 30 kg und 3.000 kg variieren. Der Stückgutmarkt bewegt sich damit zwischen dem Kurier-, Express- und Paket (KEP)-Segment und dem Teilladungsverkehr. Das jährliche Volumen deutscher Stückgutnetze beläuft sich auf etwa 120 Millionen Sendungen und 39 Millionen Tonnen.

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Maximilian Pretzel

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