Berlin, 25. März 2022

Die derzeit außerordentlich hohen Energiekosten treiben die Frachtraten aller Verkehrsträger nach oben und belasten sämtliche Wertschöpfungsstufen der Logistikbranche sowie die ihrer Transportdienstleister und Kunden. Zur Abmilderung der sich beschleunigenden Inflation sind Steuer- und Abgaben-senkungen grundsätzlich richtige Maßnahmen – sofern sie konsequent und nicht in homöopathischen Dosen umgesetzt werden, kommentiert der DSLV Bundesverband Spedition und Logistik das vom Koalitionsausschuss vorgestellte zweite Entlastungspaket.

„Ein temporärer Energiesteuerrabatt von wenigen Cent wirkt angesichts des hohen Preisniveaus für Energie nur wenig entlastend, schützt nicht vor weiteren Preissprüngen und könnte von der Nachfrageseite dennoch als rückläufige Kostenentwicklung fehlinterpretiert werden“, bemängelt DSLV-Präsident Axel Plaß. „Dieser Rabatt ist ein schwaches Marktsignal, kostet den Staat viel Geld, verbessert die Situation liquiditätsschwächerer Unternehmen in der aktuellen Situation aber nicht wirklich. Gut gemeint ist nicht gut gemacht.“

Mit ihrem Vorschlag verschenken die Spitzen der Ampel-Koalition zudem noch Entlastungspotential. Klimaschutz bleibt essenziell. Umweltabgaben sind deshalb grundsätzlich ein geeignetes Instrument, die Logistikbranche in die lange erwarteten Alternativtechnologien zu lenken – sofern diese für die Unternehmen auch verfügbar sind. So sind emissionsfreie Nutzfahrzeuge immer noch nicht marktreif. Bis dahin bleibt die CO2-Abgabe in Höhe von heute gut 0,09 Euro/Liter ein reines staatliches Inkasso-Modell und sollte deshalb bis auf weiteres ausgesetzt werden. Auch das könnte zur Entlastung beitragen.

„Entscheidend ist, dass es den Marktteilnehmern gelingt, auch sprunghaft steigende Kosten auf den Güterverkehrsmärkten überwälzen zu können. Zur erforderlichen Kostentransparenz muss eine deutliche Verkürzung der Berichtsintervalle der Energiepreisindizes durch das Statistische Bundesamt beitragen“, so Plaß.

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Maximilian Pretzel

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