Die Bundesregierung plant angesichts der weiterhin bestehenden wirtschaftlichen Beeinträchtigungen infolge der COVID 19-Pandemie, die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht erneut, diesmal bis zum 31. Januar 2021, zu verlängern. Dies gilt jedoch lediglich für den Insolvenzgrund 'Überschuldung'. Im Falle des Insolvenzgrundes 'Zahlungsunfähigkeit' bleibt es bei der gesetzlichen Insolvenzantragspflicht.
Überschuldung im Sinne der Insolvenzordnung liegt vor, wenn das Vermögen des Schuldners die bestehenden Verbindlichkeiten nicht mehr deckt, es sei denn, die Fortführung des Unternehmens ist nach den Umständen überwiegend wahrscheinlich. 
Zahlungsunfähig ist der Schuldner hingegen, wenn  er nicht in der Lage ist, die fälligen Zahlungspflichten zu erfüllen. Zahlungsunfähigkeit ist in der Regel anzunehmen, wenn der Schuldner seine Zahlungen eingestellt hat.
 
Der Gesetzgeber hatte mit seinem Gesetz zur Abmilderung der Folgen der Covid-19-Pandemie im Zivil-, Insolvenz- und Strafverfahrensrecht vom 27. März die Pflicht zur Stellung eines Insolvenzantrags zunächst befristet bis zum 30. September 2020 ausgesetzt und nunmehr, jedenfalls für Fälle der Überschuldung, die Aussetzung der Antragspflicht erneut verlängert.