Nach aktuellen Analysen des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) ist seit 2011 erstmals wieder ein leichter Anstieg der bundesweiten Ausbildungszahlen zu verzeichnen. Die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge ist 2015 um 3.800 Plätze auf 563.100 gestiegen. Dies sind 0,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Ausbildungsmarkt entwickelte sich somit positiver als vorausgesagt. Nach Aussagen des BIBB liegen die Ursachen hierfür bei der anhaltend guten Konjunktur und dem wieder erstarkten Interesse an der dualen Berufsausbildung sowohl seitens der Betriebe als auch bei den Jugendlichen.
 

Zum Jahresende hat das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) turnusmäßig seinen Bericht zum aktuellen Ausbildungsmarkt veröffentlicht. Mit insgesamt 563.100 Ausbildungsverträgen wurden nach Analyse des BIBB bis zum 30. September 2015 rund 3.800 Verträge mehr abgeschlossen als im Vorjahr (plus 0,7 Prozent). Die Zunahme ist allein auf ein gestiegenes Angebot an betrieblichen Ausbildungsstellen zurückzuführen (plus 5.000 auf rund 544.100).

Die Entwicklung auf dem Ausbildungsmarkt fasst das BIBB wie folgt zusammen: Mehr Ausbildungsplatzangebote der Betriebe, eine weitgehend stabile Ausbildungsplatznachfrage der Jugendlichen, aber weiter wachsende Schwierigkeiten, die Ausbildungsangebote der Betriebe und die Ausbildungswünsche der Jugendlichen in Einklang zu bringen.

Da die Nachfrage im bundesweiten Durchschnitt nicht weiter anstieg, das Ausbildungsplatzangebot aber spürbar zunahm, verbesserte sich die Ausbildungsmarktlage aus Sicht der Jugendlichen. Die erweiterte Angebots-Nachfrage-Relation – Zahl der Ausbildungsplatzangebote je 100 Nachfrager – stieg um 0,7 Prozent auf 93,4. Dies ist der höchste Wert seit 2007, als erstmals eine solche Messung vorgenommen werden konnte.

Die Zahl der betrieblichen Ausbildungsplatzangebote, die bis zum 30. September nicht besetzt werden konnten, erhöhte sich im Jahr 2015 erneut. Insgesamt blieben bundesweit 41.000 Ausbildungsstellen unbesetzt. Dies ist der höchste Wert seit 1995 und stellt im Vergleich zum Vorjahr eine Steigerung um 3.900 beziehungsweise 10,4 Prozent dar. Insgesamt blieben 7,5 Prozent des offiziell errechneten betrieblichen Ausbildungsangebots vakant. Gleichzeitig waren bundesweit 80.800 Bewerber bei der Bundesagentur für Arbeit als „noch suchend“ gemeldet, 0,5 Prozent weniger als 2014.

Die starke Immigration von Geflüchteten machte sich 2015 auf dem Ausbildungsmarkt noch kaum bemerkbar.

Der ausführliche Bericht zur BIBB-Erhebung über neu abgeschlossene Ausbildungsverträge zum 30. September 2015 liegt dem Deutschen Speditions- und Logistikverband (DSLV) vor. Die Auswertungen auf Berufsebene wird das Bundesinstitut Mitte Januar 2016 veröffentlichen. Der DSLV wird dann branchenspezifisch berichten.