Die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge 2013 ist nach Analysen des BIBB erneut gesunken und auf einen historischen Tiefstand gefallen. Die Passungsprobleme zwischen Ausbildungsplatzanbieter und -nachfrager nehmen zu.

Zum Jahresende hat das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) seinen Bericht zum Ausbildungsmarkt 2013 veröffentlicht. Insgesamt verschlechterte sich die Situation. Die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge ist so niedrig wie noch nie. Sowohl das Ausbildungsplatzangebot als auch die Ausbildungsplatznachfrage gingen im Vergleich zum Vorjahr zurück. Zugleich nahmen die so genannten Passungsprobleme zu: Mehr betriebliche Ausbildungsplätze blieben unbesetzt, mehr Ausbildungsplatzsuchende fanden keine Lehrstelle. Die Ergebnisse basieren auf der BIBB-Erhebung über neu abgeschlossene Ausbildungsverträge sowie der Ausbildungsmarktstatistik der Bundesagentur für Arbeit. Das Berichtsjahr beginnt am 1. Oktober des Vorjahres und endet am 30. September des laufenden Jahres.

 
Das BIBB ermittelte, dass 2013 bundesweit rund 564.200 Ausbildungsplatzangebote registriert waren, 3,5 Prozent weniger als 2012. Von diesen waren 542.600 betriebliche Angebote (minus 2,9 Prozent). Im Zuständigkeitsbereich von Industrie und Handel sank die Zahl der freien Ausbildungsstellen bundesweit im Vergleich zum Vorjahr um 14.200 (minus vier Prozent).
 
Die Zahl der Ausbildungsplatznachfrager verringerte sich bei den Arbeitsagenturen bundesweit um 13.000 (minus 2,1 Prozent) auf insgesamt 614.300. Als Ursache hierfür identifiziert das BIBB vor allem die demografische Entwicklung in Deutschland.
 
Die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge sank gegenüber 2012 um 20.500 beziehungsweise 3,7 Prozent auf 530.700. So wenig neu abgeschlossene Ausbildungsverträge gab es in Deutschland noch nie.
 
2013 konnten 6,2 Prozent der betrieblichen Ausbildungsplatzangebote nicht besetzt werden. Dabei fiel die Quote in Ostdeutschland mit 8,4 Prozent höher aus als in Westdeutschland mit 5,8 Prozent. Die Zahl der unbesetzten Ausbildungsplätze stieg bundesweit um 0,8 Prozent auf 33.500. Dies ist der höchste Wert seit 1996. Dass es zu einem erneuten Anstieg der unbesetzten Ausbildungsplätze kam, obwohl die Zahl der betrieblichen Ausbildungsangebote insgesamt zurückging, zeigt nach Ansicht des BIBB, dass es für die Betriebe zunehmend schwieriger wird, Auszubildende zu finden.
 
Der ausführliche Bericht zur BIBB-Erhebung über neu abgeschlossene Ausbildungsverträge zum 30. September 2013 liegt dem DSLV vor. Weitere Ergebnisse insbesondere die Auswertungen auf Berufsebene wird das Bundesinstitut Mitte Januar 2014 veröffentlichen.