Der Föderale Zolldienst der Russischen Föderation besteht trotz der Verlängerung des Vertrages über die Anwendung des Carnet TIR-Verfahrens in Russland mit dem Garantieverband ASMAP unverändert auf seiner Forderung nach einer zusätzlichen Sicherheit neben dem Carnet TIR.

Wie der Deutsche Speditions- und Logistikverband e. V. (DSLV) berichtete, hatte der Föderale Zolldienst der Russischen Föderation (FCS RF) am 30. November 2013 offiziell bestätigt, dass der Vertrag mit dem nationalen bürgenden Verband ASMAP über die Anwendung des Carnet TIR-Verfahrens in Russland bis zum 1. Juli 2014 verlängert wurde. In Übereinstimmung mit dem TIR-Übereinkommen müssen die russischen Zollbehörden daher weiterhin Carnet TIR an den russischen Grenzen auch nach dem 1. Dezember 2013 akzeptieren und erledigen.
 
In der beigefügten Erklärung vom 3. Dezember 2013 (Anlage 1) weist die Europäische Kommission jedoch darauf hin, dass der FCS RF die seit September 2013 sukzessive auf die gesamte Russische Föderation (RF), mit Ausnahme der russisch-finnischen Grenze, ausgeweitete Forderung nach einer zusätzlichen Sicherheit bei Transporten unter Carnet TIR nicht zurück genommen hat.
 
Warentransporte unter Carnet TIR in die RF über die Zollämter der Zentralen Zollverwaltung (das heißt, in allen zentralrussischen Regionen), des Fernen Ostens, Sibiriens, des Urals, der Wolga-Region, der Zollämter Pskow, Sebezhsk und Kingissepp der Zollverwaltung Nord-West sowie der Flughäfen Domodedowo, Scheremetjewo und Vnukowo erfordern zusätzlich zum Carnet TIR eine nationale Sicherheit. Dies betrifft gut 95 Prozent aller russischen Zollämter.
 
Lediglich bei der Einfahrt in die RF über die Zollbezirke Vyborg, Karelien und Mumansk der Zollverwaltung Nord-West kann das Carnet TIR ohne zusätzliche Sicherheit benutzt werden.
 
Zwischenzeitlich haben sowohl das TIR Executive Board, die oberste Behörde zur Anwendung des Carnet TIR-Verfahrens, als auch die EU-Kommission an die russische Regierung appelliert, diese gegen das TIR-Übereinkommen gerichteten Restriktionen mit sofortiger Wirkung zurückzuziehen (siehe www.iru.org unter „Latest News“). Darüber hinaus hat die EU-Kommission kürzlich detaillierte Informationen über das russische Versandverfahren veröffentlicht, das alternativ für Transitbeförderungen durch Russland angewendet werden kann (Anlage 2).
 

Transitbeförderungen unter Carnet TIR durch Russland nach Kasachstan können nach den dem DSLV vorliegenden Informationen aus Unternehmerkreisen bei der Einfahrt über Belarus nach wie vor ohne weitere nationale Sicherheiten durchgeführt werden.