Autor(en): Prof. Dr. Ingo Koller
Ausgabe: 8., völlig neu bearbeite Auflage 2013, XXIX, 1644 Seiten, in Leinen
ISBN-Nr.: 978-3-406-65106-9
Verlag: C.H. Beck, München

Um es vorab zu sagen: Der „Koller“ ist und bleibt das Standardwerk zum Transportrecht, auf das niemand verzichten kann, der sich regelmäßig mit dieser Rechtsmaterie auseinandersetzt. Dies ist nicht – wie es Herber einmal formuliert hat – allein der Tatsache geschuldet, diesen Kommentar auf dem Tisch jeden Richters zu finden, sondern vorrangig seinem hervorragenden Inhalt. Denn in allen Bereichen ist die Fülle des verwendeten Materials, die sorgfältige Erfassung transportrechtlicher Probleme und deren vollständige Darstellung beeindruckend – umso mehr als der gesamte Kommentar aus der Feder einer einzigen Person kommt.

In der nun vorliegenden 8. Auflage sind bereits die durch das Gesetz zur Reform des Seehandelsrechts bedingten Änderungen im Fracht-, Speditions- und Lagerrecht vollständig berücksichtigt. Auch hier erweist sich der Kommentar bereits kurze Zeit nach dem Inkrafttreten als hilfreiche Quelle. So begnügt sich Koller z.B. in Bezug auf die Änderung der §§ 449 Abs. 2, 466 Abs. 2 HGB nicht mit einer Wiederholung des Gesetzesmaterials, sondern gibt seine eigene fundierte Überlegung zur Änderung dieser Bestimmungen wieder. Auch weitere Neuerungen wie die Absenderpflicht zur beförderungssicheren Stauung und Sicherung bei Packmitteln in § 411 oder die neu formulierten Pfandrechtsbestimmungen - §§ 440 ff, 464, 475b - sind in die Kommentierung eingearbeitet.

Die zum allgemeinen Transportrecht seit der Vorauflage erschienene Rechtsprechung und Literatur ist zuverlässig und – soweit ersichtlich – vollständig eingearbeitet. Das Register mit Parallelfundstellen zur Rechtsprechung wird beibehalten und aktualisiert.

Es bleibt auf eine letzte Neuerung hinzuweisen. Im Bereich des internationalen Transportrechts wird nunmehr nur noch das Montrealer Übereinkommen kommentiert, also auf die Kommentierung des Warschauer Abkommens in den Fassungen von 1929 und 1955 verzichtet. Koller begründet dies mit der Tatsache, dass sich das Montrealer Übereinkommen weitgehend durchgesetzt hat. Diese Aussage ist jedoch nicht in vollem Umfang zu teilen, da es auch auf absehbare Zeit noch viele Staaten geben wird, die das Montrealer Übereinkommen nicht ratifizieren werden. Deshalb sollte die 7. Auflage nach wie vor im Schrank stehen. Für die Zukunft wäre es wünschenswert, bei der Kommentierung der einzelnen Artikel des Montrealer Übereinkommens vorab auf die Parallelnormen im Warschauer Abkommen hinzuweisen.

Letztendlich schmälert aber auch diese Änderung den Wert des Kommentars für die Praktiker nicht. Wer sich mit Rechtsfragen des allgemeinen Transportrechts befassen muss, wird auch in Zukunft nicht an diesem Kommentar vorbei kommen. Das Werk darf auf keinem Schreibtisch eines Transportrechtlers fehlen.

Preis: 159,00 €

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